micha und die beiden grossen sind wieder unterwegs. einiges ist geschehen die letzte woche. micha hat nun noch frei. er ist mit lotta und fjore heute morgen mit der eisenbahn los. fjore war sehr aufgeregt. er ist fasziniert von der eisenbahn und ist bisher kaum damit gefahren. sie wollen morgen oder am dienstag wiederkommen. entweder den gleichen weg zurück oder sie machen eine kleine rundreise. das wetter soll diesmal nicht so schön sein. ich bin gespannt, was sie berichten werden.
ich bin mit aven hier. die kleine pause tut mir gut. aven war krank. er hatte hohes fieber und ist noch etwas knautschig. auch hat er ausschlag und mag nicht so essen und trinken. in der nacht ist er viel wach. da war es schön, das ich mich mit ihm hinlegen konnte. die letzte woche kam ich nicht dazu und auch nicht so richtig zum atmen. das habe ich gestern nachgeholt und eine ganze menge losgelassen.
seit freitag ist die midsommerkonferenz. ich merke, das ich daran beteiligt bin. und ich bin froh das ich mir die texte auf deutsch irgendwann durchlesen kann. lieber möchte ich sie mir anhören. vielleicht ist ja auch das möglich und der crimsoncircle stellt sie doch ins netz. heute ist der letzte shoud mit tobias.
gestern habe ich mich nochmal von ihm verabschiedet. das habe ich gebraucht. eigentlich habe ich bewusst gar nicht so viel mit ihm gearbeitet. aber im schlaf. denn ich spüre eine starke verbundenheit. er wird mir fehlen.
was noch?
michas firma hat das projekt abgesagt, das er vorbereitet hat und auf das wir gehofft haben. ich möchte hier bleiben. ich wähle es hier zu sein. lotta soll auf die rotvollschule gehen, fjore in den rotnissenkindergarten. etwas anderes kann ich mir nicht vorstellen. ich möchte es nicht. das fühlt sich so gut an, das ich es wähle. ich spüre auch für mich heilung, wenn lotta in diese schule geht. ich habe ein so gutes gefühl dabei. keine angst vor der schule. das sind meine erfahrungen. ich mochte nicht zur schule. wenn ich sie dort hinbringe und abhole, gehe ich auch irgendwie hin. ich kann sie loslassen, meine schulzeit.
ich habe meine mitschüler nicht verstanden. ich fühlte mich ausgeschlossen. ich war anders. ich habe nicht verstanden warum sie gut fanden, was die lehrer nicht gut fanden. ich habe nicht verstanden was kool ist, ich fand es nicht toll. ich wusste nicht, was ich tun sollte, damit sie mich mögen. ich fühlte mich nicht sicher bei ihnen. ich hatte angst etwas zu tun, was meine eltern nicht erlaubt hatten. ich habe nicht verstanden, was schlecht daran ist gute zensuren zu bekommen. was ist schlecht daran zu lernen? ich konnte nicht spielen. kann ich es jetzt? nein. ich bin ich. ich brauche nicht zu spielen. und ich konnte nicht lesen. lotta interessiert sich momentan dafür, da kommt das wieder hoch. meine lehrerin hat mal in mein lesebuch geschrieben"katja konnte trotz buchstabieren, den sinn des wortes nicht erfassen." und das tat so weh. es war so schwer. und es fällt mir nochimmer schwer, wenn ich auf norwegisch oder englisch etwas vorlesen soll. auf deutsch kenne ich die wörter wahrscheinlich auswendig. ich hatte angst. angst schlechter zu sein als die anderen. angst vor allem vor dem deutschunterricht, später auch vor englisch, als es nicht mehr darum ging zu sprechen sondern texte zu interpretieren. das ging so bis zum abitur. es ist vorbei.
ich bin die, die ich bin. einzigartig wundervoll. ein strahlender diamant. shaumbra - ich.
ich war die letzten tage wieder baden. jedesmal war ein geschenk. wie schön, das ich so nah am wasser wohne. mit dem auto brauche ich 5 minuten!!!! zum strand. ich war die letzten beiden abende im wasser. die flut war abends. und es war so anders als tagsüber. keine kinder. nur wenig menschen, die einfach den fjore genassen. ich auch. allerdings auf meine weise. ich hatte nicht die ruhe, mich ans wasser zu setzen. denn es war schon spät und ich hundemüde. so war ich kurz baden und bin dann nach hause und in mein bett.
Sonntag, 19. Juli 2009
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